Bürgerzentrum Alte Synagoge, Kampstraße 8, 59872 Meschede

Vertreibung, Neubeginn und die Sehnsucht nach Heimat Vortrag von Silvio Uhlfelder

Silvio Uhlfelder ist in einigen Mescheder Schulen zu Gast und hält am 24. Februar einen öffentlichen Vortrag in der Alten Synagoge. Der Vortragsabend ist eine Kooperationsveranstaltung des Vereins Bürgerzentrum Alte Synagoge Meschede mit dem Mescheder Bündnis für Demokratie und Solidarität e.V.

Der Vortrag erzählt die bewegende Geschichte der jüdischen Familien Uhlfelder aus Berlin und Grünewald aus Beverungen. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann für sie die systematische Ausgrenzung, Verfolgung und schließlich der Zwang, ihre Heimat zu verlassen. Im Mittelpunkt stehen die persönlichen Erfahrungen dieser Familien: der Verlust von Sicherheit und Zugehörigkeit, die Herausforderungen eines Neuanfangs in einem fremden Land, das Leben mit einer unbekannten Sprache und Kultur – und zugleich das tiefe, nie endende Vermissen der alten Heimat. Ein Bericht über Mut und Anpassung, über Identität und Erinnerung – und darüber, was es bedeutet, die Heimat zu verlieren und dennoch weiterzuleben.

Der in Buenos Aires/ Argentinien geborene Silvio Uhlfelder gehört zur Generation der Nachkommen der Holocaust-Generation. Er berichtet über das jüdische Leben und Schicksal seiner Mutter Ruth Uhlfelder, geborene Grünewald. Ruth Grünewald ist in Beverungen geboren und aufgewachsen und 1936 mit ihrer Familie nach Argentinien emigriert. Nach vielen Jahren in Argentinien kehrte sie schließlich im Alter nach Deutschland zurück und verbrachte dort ihren Lebensabend.

Silvio Uhlfelder hat es sich zur Aufgabe gemacht, über das Schicksal seiner Familie nachfolgenden Generationen zu berichten. Dabei liest er aus den Tagebuchaufzeichnungen seiner Mutter vor, von der Kindheit in Beverungen, der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, der Flucht nach Argentinien. Er erzählt neben der Geschichte der Familie Grünewald auch die Geschichte der Familie Uhlfelder, die zum Teil ebenfalls nach Argentinien emigrieren konnte, aber im Holocaust über 40 Mitglieder in den Konzentrationslagern der Nazis verlor. Schließlich berichtet der Referent über die sogenannte „Rattenlinie“, über die namhafte Nazis nach dem Ende des 2. Weltkriegs nach Südamerika entkommen konnten und sich der Verantwortung für ihre Verbrechen entzogen.

 

Der Eintritt ist frei!